Künstliche Intelligenz hilft bei der Verbesserung von Batterien
Eine typische Graphit-Anode enthält verschiedene Materialphasen, die wir Konstituenten nennen: Graphitpartikel und die so genannte Carbon Black & Binder Domain (CBD). Hinzu kommt der Porenraum, der mit Elektrolyt gefüllt ist. Im Rahmen von structur.e wurden CT-Aufnahmen verschiedener Graphit-Anoden gemacht. Auf diesen Aufnahmen wird die Mikrostruktur der Anoden in 3D dargestellt und kann untersucht werden.
Die verschiedenen Konstituenten unterscheiden sich anhand ihres Grauwertes. Dies ist in Abb. 1 dargestellt. Im Falle einer Graphit-Anode ist es jedoch zumeist nicht möglich, Graphitpartikel und CBD voneinander zu trennen, denn beide Konstituenten bestehen zum größten Teil aus Kohlenstoff und weisen daher einen sehr ähnlichen Grauwert auf. Hier kann Künstliche Intelligenz (KI) helfen: Neuronale Netze (NN) können lernen, die beiden Konstituenten z.B. anhand geometrischer Merkmale trotzdem zu unterscheiden.
Wir haben mit Hilfe der digitalen Materialmodelle, die im Rahmen des Projektes erstellt wurden, hunderte von künstlichen Graphit-Anoden erstellt und diese als Trainingsdaten für das NN verwendet. Diese künstlichen Strukturen gleichen den realen Anoden (siehe Abb. 2) in allen wesentlichen Merkmalen. Durch die Trainingsdaten lernt das NN die Graphitpartikel und die CBD zu unterscheiden, denn hier ist die „richtige Lösung“ immer bekannt.
Dadurch kann das NN auf den CT-Aufnahmen der realen Anode die Konstituenten ebenfalls unterscheiden (siehe Abb. 3). Nachdem das NN die Partikel und die CBD erfolgreich getrennt hat, können die Math2Market und unsere Projektpartner das Materialmodell der realen Anode verwenden, um die Eigenschaften zu analysieren und zu verbessern. Ziel ist, dass die Batterien von e-Autos der nächsten Generation schneller geladen werden können.
Das trainierte Neuronale Netz (NN) steht unseren Kunden in unserer GeoDict 2023 Software im Modul GrainFind-AI zur Verfügung.