Warum 3D-Bildvisualisierung im Ingenieurwesen so wichtig ist

Die Bildvisualisierung wird oft missverstanden als die Erstellung visuell ansprechender Bilder – etwas, das von der Marketingabteilung gemacht wird oder nur für Konferenzpräsentationen gedacht ist. In der Technik und Materialforschung erfüllt die Visualisierung jedoch einen grundlegend wichtigeren Zweck. Sie ist ein technisches Werkzeug zum Verständnis komplexer 3D-Daten, zur Validierung von Verarbeitungsschritten und zur Unterstützung zuverlässiger Entscheidungen.

Visualisierung ersetzt quantitative Analysen nicht, sondern ergänzt und unterstützt sie. Durch die Darstellung von Strukturen, Phasen und räumlichen Beziehungen hilft die Visualisierung den Anwendern zu beurteilen, ob die Daten und die daraus abgeleiteten Ergebnisse physikalisch plausibel sind. In diesem Sinne trägt die Visualisierung direkt zur Datenvertrauenswürdigkeit bei. Sie liefert auch einen 3D-Kontext – indem sie beispielsweise die Verteilung von Merkmalen in einem Objekt visualisiert, wie z. B. Porosität, die nur entlang einer Kante einer Probe auftritt. Dieser Aspekt ermöglicht ein tieferes Datenverständnis und tiefere Einblicke.


Qualitative Erkenntnisse aus 3D-Bildern

Eine der Hauptaufgaben der 3D-Visualisierung besteht darin, qualitative Einblicke in einen Datensatz zu gewähren. Bevor Zahlen extrahiert werden, müssen Benutzer verstehen, wie die Materialstruktur tatsächlich aussieht.

Typische Fragen, die durch Visualisierung beantwortet werden, sind:

  • Wie sind die Phasen im 3D-Raum verteilt?
  • Sind Poren, Fasern oder Partikel miteinander verbunden oder isoliert? Überlappen sie sich oder sind sie miteinander verflochten?
  • Gibt es sichtbare Gradienten, Defekte oder Anisotropien?

Interaktive Tools wie rotierende 3D-Renderings und orthogonale Schnittansichten ermöglichen es Benutzern, interne Strukturen aus verschiedenen Perspektiven zu untersuchen. Diese Ansichten zeigen oft Merkmale, die allein anhand der numerischen Ausgabe nur schwer zu erkennen wären.


Visualisierung während des Arbeitsablaufs

Die Visualisierung spielt im gesamten bildbasierten Arbeitsablauf eine entscheidende Rolle, nicht nur am Ende.

  • Visualisierung von Rohbildern
    Eine frühzeitige Visualisierung hilft bei der Beurteilung der Scanqualität, Auflösung, Rauschpegel und Artefakte. Zu diesem Zeitpunkt ist es möglich, sofort erkennbare Merkmale zu identifizieren und Bewertungen vorzunehmen, wenn Zeit eine entscheidende Rolle spielt.
  • Überprüfen der Filterergebnisse
    Durch den Vergleich der Bilder vor und nach der Filterung können Benutzer überprüfen, ob das Rauschen reduziert wurde, ohne dass relevante strukturelle Details entfernt wurden. Siehe auch Bildverarbeitung.
  • Validierung der Segmentierungsqualität
    Durch Überlagern der Segmentierungsergebnisse mit dem Originalbild werden Fehlklassifikationen und Begrenzungsfehler sofort sichtbar. Siehe auch Segmentierung

In jeder Phase fungiert die Visualisierung als Kontrollmechanismus. Sie hilft, Probleme frühzeitig zu erkennen, bevor sie sich auf quantitative Analyse- und Simulationsschritte auswirken. Auf diese Weise verhindert die Visualisierung systematische Fehler, anstatt nur die Endergebnisse zu veranschaulichen.


Gängige 3D-Visualisierungstechniken

Verschiedene Visualisierungstechniken dienen unterschiedlichen Zwecken und können auch kombiniert eingesetzt werden.

  • Schnittansichten (orthogonale Schnitte)
    Zweidimensionale Querschnitte durch das 3D-Volumen liefern detaillierte lokale Einblicke und sind für die Validierung unerlässlich.
  • Volumenrendering
    Diese Technik zeigt das gesamte Volumen, oft mit halbtransparentem Rendering, und macht interne Strukturen ohne explizite Oberflächenextraktion sichtbar. Das Clipping von 3D-Volumenrendering ist ebenfalls für einige visuelle Darstellungen nützlich.
  • Oberflächenrendering
    Segmentierte Phasen werden als glatte Oberflächen dargestellt, wodurch Geometrie, Schnittstellen und Konnektivität klar überprüft werden können.
  • Farbkarten für Skalarfelder
    Größen wie Dicke, Porosität, Partikelgröße oder Faserorientierung können Farben zugeordnet werden, wodurch räumliche Variationen sofort sichtbar werden.

Jede Technik hebt unterschiedliche Aspekte der Daten hervor und unterstützt spezifische Analyse- und Validierungsaufgaben. Alle oben genannten Verfahren können als Standbilder oder als Animationen (Videos) dargestellt werden. Animationen bieten oft einen besseren 3D-Kontext und können verwendet werden, um das Objekt von Interesse zu drehen und Merkmale von verschiedenen Seiten zu betrachten, oder es kann ein Clipping-Werkzeug verwendet werden, um die Probe „virtuell aufzuschneiden” und interne Merkmale sichtbar zu machen.


Visualisierung für quantitative Ergebnisse

Die Visualisierung ist ein unverzichtbarer Begleiter der quantitativen Analyse. Viele berechnete Eigenschaften sind von Natur aus räumlich und profitieren von einer visuellen Darstellung.

Beispiele hierfür sind:

  • Dicken-Karten, die lokale Schwankungen der Dicke von Objekten oder Porenräumen zeigen
  • Faserorientierungsfelder, die die Ausrichtung einzelner Fasern oder Abschnitte längerer Fasern zeigen
  • Poren- oder Konnektivitätsverteilungen, die zurück in die Struktur abgebildet werden
  • Stromlinien, die die Strömungsgeschwindigkeiten aus Simulationen darstellen
  • Und vieles mehr

Farbcodierte Visualisierungen ermöglichen es Benutzern, numerische Ergebnisse in ihrem räumlichen Kontext zu interpretieren. Dies fördert nicht nur das Verständnis, sondern hilft auch dabei, unplausible Ergebnisse zu erkennen, die durch Verarbeitungs- oder Segmentierungsfehler verursacht wurden.


Visualisierung für Kommunikation und Berichterstattung

Über die Analyse hinaus ist die Visualisierung ein wichtiges Instrument für die Kommunikation. Komplexe 3D-Daten und Simulationsergebnisse lassen sich oft nur schwer allein mit Tabellen oder Diagrammen vermitteln.

Visualisierung unterstützt:

  • Technische Berichte und Dokumentationen
  • Vergleich verschiedener Proben oder Prozessbedingungen
  • Erläuterung der Ergebnisse gegenüber Nicht-Experten oder Entscheidungsträgern
  • Qualitätssicherung und Überprüfungsprozesse

Klare und genaue Visualisierungen tragen dazu bei, dass Ergebnisse richtig interpretiert werden und Entscheidungen auf einem gemeinsamen Verständnis der Daten basieren. Visualisierungen erleichtern den Informationsaustausch, da 3D-Datensätze oft zu groß sind, um sie allein oder auf einfache Weise weiterzugeben.


Wie GeoDict die fortschrittliche 3D-Visualisierung unterstützt

GeoDict umfasst fortschrittliche 3D-Visualisierungsfunktionen, die speziell auf Materialdatensätze zugeschnitten sind. Mit diesen Tools können Benutzer Bilddaten, Segmentierungsergebnisse und abgeleitete Eigenschaften interaktiv untersuchen.

Zu den wichtigsten Funktionen gehören:

  • Echtzeit-3D-Rendering von Volumen- und Oberflächendaten
  • Hervorhebung bestimmter Phasen oder Merkmale
  • Überlagerung einer Vielzahl fortschrittlicher Analyse- und Simulationsergebnisse direkt auf die 3D-Struktur
  • Export von Bildern und Animationen in verschiedene Dateiformate
  • Export von Bildern und Animationen in Berichte (z. B. PDF, PowerPoint)

Durch die enge Integration der Visualisierung mit Bildverarbeitung, Segmentierung und Analyse unterstützt GeoDict die kontinuierliche Validierung während des gesamten Arbeitsablaufs. Eine vollständige Dokumentation zu den Visualisierungsoptionen in GeoDict finden Sie hier: https://www.math2market.com/fileadmin/UserGuide/GeoDict2024/Visualization2024.pdf.


Probelizenz für GeoDict

Sind Sie daran interessiert, 3D-Bildvisualiserung mit GeoDict auszuprobieren? Math2Market bietet eine kostenlose Probelizenz an, mit der Sie die Funktionen der Software testen und ihren Arbeitsablauf aus erster Hand erleben können.

Um Ihre Probelizenz anzufordern oder mehr über die Funktionen von GeoDict zu erfahren, besuchen Sie die Seite 

GeoDict-Probelizenz


Fazit: Visualisierung schafft Vertrauen in 3D-Daten

Bei der Bildvisualisierung geht es nicht nur darum, ansprechende Bilder zu erstellen. Es geht auch darum, komplexe Daten verständlich und überprüfbar zu machen.

Wenn Strukturen, Segmentierungen und Ergebnisse nicht klar erkennbar und interpretierbar sind, kann man ihnen nicht zuverlässig vertrauen. Bei der bildbasierten Materialanalyse schafft die Visualisierung Vertrauen – in die Daten, die Methoden und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen.

Kurz gesagt:

Was man nicht sehen kann, dem kann man nicht vertrauen.


Autor des Artikels

Anton Du Plessis, Ph.D.

ist Director of Business Development, EMEA bei Math2Market.